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Die wahre Geschichte

Arbeiten oder Geld verdienen

Vor der Währungsreform galt Geld nicht viel und es war leicht, daran zu kommen. wenn man nur die Augen offen hielt. Ein wenig Zwischenhandel auf dem grauen oder schwarzen Markt. Überall ergaben sich Möglichkeiten, ohne größeren Aufwand an Zeit und Arbeitskraft, Geld zu verdienen. Studenten finanzierten so ihr Studium, kleine Angestellte und Beamte besserten ihr Gehalt damit auf. Aber da war das Heer derer, denen diese Form des Geldverdienens "Beruf" wurde. Die ersteren fanden, nachdem sich die Verhältnisse wieder normalisierten, rasch und mit einer gewissen Erleichterung in den natürlichen Zustand, Arbeit = Verdienst zurück. Die anderen aber entwickelten daraus den "job". Sie importierten uns diesen Ausdruck aus Amerika.

Keiner kann recht sagen, was das ist ein "Job", aber auf alle Fälle ist es etwas, womit man Geld macht. Oft sogar viel Geld, zum Unterschied  von Arbeit, die weit weniger einträglich ist.

"Ein junger Mann, mit gutem Job" ist schon zu einer Art Berufsgattung geworden. Viele von uns sind ein wenig hilflos, wie vor allem, was uns an neuen Begriffen und Vorstellungen aus Übersee zugeht und zugemutet wird. Aber Aussehen und Auftreten des jungen Mannes beweisen es:

  • er hat Erfolg mit seinem "Job".

Und der Erfolg, der sich im Geld-haben ausdrückt, wer wollte ihn unterschätzen?

Ein Job-Besitzer gehört nicht etwa zu einer nicht anerkannten Gesellschaftsschicht. Er tut ja auch nichts Gesetzwidriges! Er nutzt nur die Konjunktur, das ist alles. Er erkennt mit Fixigkeit seine Chance dort, wo noch kein Gesetz ist, weil der Staat langsamer ist, als er.

Die Überbewertung des Geldes in den letzten Jahren bringt uns dazu, nicht mehr die Arbeit eines Menschen als Gradmesser seiner Tüchtigkeit anzusehen, sondern seinen äußeren Erfolg.

Das ist ein Zug, der uns Deutschen bisher fremd war. In Amerika gilt diese Form der Tüchtigkeit immer mehr. Aber unsere deutsche Schwäche, nachzuahmen, erweist sich auch hier.

Seit ein paar Jahren haben sich bei uns zweio Extreme gebildet: da sind die Einen, denen in einer Form geistigen Hochmuts "Geld haben" nichts bedeutet, die eine Art Sport daraus entwickeln, keines zu haben. Diese Einstellung ist unter Studenten und Jungakademikern, den Künstlern, überhaupt in allen freien Berufen verbreitet. Ihre Arbeit wird so unterbezahlt, daß sie ihren Verdienst garnicht zum Maßstab ihrter Leistungen nehmen können. Auf der anderen Seite steht der "Job-Besitzer", dessen wirkliche Arbeit wiederum in keinem Verhätnis zu seinem Einkommen steht. Beide Einstellungen sind ungesund. Das alte Wort: jede Arbeit ist ihres Lohnes wert, wird hoffentlich einmal wieder zur Gültigkeit kommen und die Gleichung Arbeit = Lohn wieder aufgehen.

Vorerst aber hat der Unternehmer recht, der einen Arbeitssuchenden fragte:

  • "Wollen Sie bei mir arbeiten oder wollen Sie Geld verdienen?"

*) Gedanken 1951

 

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